Willkommen! - Freundeskreis Asyl Welzheim

Begegnungsfest

by Philip
Begegnungsfest

Das Begegnungsfest des Freundeskreises Asyl und der Ballettschule Elbs bei der Flüchtlingsunterkunft im Welzheimer Gewerbegebiet war ein voller Erfolg. Dies ist umso wichtiger, als es bereits am Dienstag, 10. Mai, im Gemeinderat um einen zweiten Bauabschnitt für die Asylunterkunft an der Paul-Dannenmann-Straße geht. Bis zu 102 Menschen sollen dort künftig leben.

 

Ein Begegnungsfest bedeutet im Idealfall, dass beide Seiten, die sich da begegnen sollen, zu der Sache etwas beitragen und auch etwas davon haben. Das hat wunderbar funktioniert. Und aus einer Möglichkeit der Begegnung wurde ein kleines, lokales Volksfest unter freiem Himmel. Für den Freundeskreis Asyl Welzheim sind es arbeitsreiche Tage. Am Vorabend des Begegnungsfestes vor dem Asylbewerber-Container hat die Kochgruppe des Arbeitskreises bereits mit fast 40 Gästen gemeinsam Spätzle und Ofenschlupfer gekocht und gegessen; am darauffolgenden Nachmittag ist die Paul-Dannenmann-Straße abgesperrt und die Elevinnen der Ballettschule Elbs tanzen zu „You’re the one that I want“ aus dem Musical „Grease“ für die immer zahlreicher eintreffenden Gäste.

Päckchen aus der Heimat wird mit den Gästen geteilt

Danach geht es erst einmal im Gebäude der Ballettschule weiter, wo Sylvia Elbs’ kleine und große Schülerinnen für das Publikum klassische Ballettübungen an der Stange, eine Choreografie zu „Cotton Eye Joe“ und Jazztanz zeigen. Wer draußen geblieben ist, plaudert gemütlich in der Sonne, und aus dem Container werden nicht nur Stühle geholt, damit die Besucher sich setzen können, sondern auch Apfelschorle, Mineralwasser und Tee in einer ziselierten Kanne und mit Porzellanbechern – ein Päckchen aus der Heimat, das selbstverständlich mit den Gästen des Festes geteilt wird.

Kurz nach fünf ist die Aufführung in der Ballettschule vorüber, aber der Tanz ist noch lange nicht zu Ende. Sylvia Elbs erklärt am Mikrofon ein paar einfache Choreografien, und die Reihe der Tänzer zieht sich bis fast zu der Absperrung. Zwei, drei Durchgänge, und die Schritte „sitzen“ – die ganze Straße tanzt Hand in Hand unter einem jubelblauen Himmel, und viele Bewohner des Containers machen ganz selbstverständlich mit.

So viel Bewegung macht Hunger, und deswegen werden während der sehr guten Vorführung des Streichquartetts nach dem Tanzmarathon auch schon die ersten Platten mit Essen aus dem Container gebracht und auf die vorbereiteten Tische gestellt. Bei diesem Fest sind die Bewohner auch Gastgeber, und sie sind es mit Begeisterung. Saftige Kuchenstücke mit Kokos stapeln sich auf großen Tellern, mit Rosenwasser parfümiertes Nussgebäck und Baklava. Wer es lieber herzhaft mag, findet vielfältige Reisgerichte, leckere Salate und Gemüse. Das afghanische Palau mit Lammfleisch und Rosinen ist genauso lecker wie die milde Suppe mit Kardamom, die gefüllten Weinblätter nach kurdischem Rezept und die fein gewürzten, gebratenen Erbsenschoten. Alles ist liebevoll zubereitet und dekoriert, und wer auf süßes Gebäck zum Nachtisch gehofft hat, schaut in die Röhre, so schnell sind die Süßigkeiten verschwunden.

Auch Bürgermeister Bernlöhr schaut vorbei

Wer mag, kann sich, nachdem das Buffet abgegrast ist, noch über den aufgestellten Feuerschalen Stockbrot grillen. Bürgermeister Thomas Bernlöhr schaut vorbei und lässt entspannt die Stimmung auf sich wirken. Musik kommt aus einem tragbaren CD-Player, und jetzt wird ganz ohne Choreografie getanzt. Bauchtanzlehrerin Angelika Mager, die eigentlich bloß zuschauen wollte, macht den Anfang, und dann tanzen erst die Männer, dann die Frauen aus dem Container, umringt von den Besuchern, die lachen und klatschen. Schöner kann ein Begegnungsfest kaum zu Ende gehen.